Von „Alexa“, dem Sprachassistenten, der alle Gespräche mithört, über neue Bewegungsprofile durch E-Scooter und zum Smart Home: Alle Lebensbereiche werden vollständig digitalisiert. Nichts geht mehr ohne die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, um sich zu identifizieren oder zu bezahlen. Doch es gibt Schattenseiten: Identitätsmissbrauch. Neue Zahlen belegen, dass Verbraucher immer häufiger vom Missbrauch ihrer personenbezogenen Daten zur Begehung von Straftaten bedroht sind. Vielfach werden Identitäten für Betrugs- und Geldwäschedelikte, aber auch zur Erpressung (auch mit Privatfotos, sog. „Sextortion“) oder zum Cyber-Mobbing verwendet.

Bereits im Jahr 2016 ermittelte die Unternehmensberatung PwC, dass jeder dritte Deutsche schon einmal von einem Identitätsdiebstahl betroffen gewesen ist. Warenkreditbetrug sei die häufigste Masche. Mehr als ein Viertel der Geschädigten habe Rechnungen für Einkäufe erhalten, die sie nie getätigt haben. Von Konto-Abbuchungen, die nicht zuzuordnen waren, berichten mehr als 20 Prozent. Knapp 30 Prozent der Opfer haben durch diesen Identitätsdiebstahl einen finanziellen Schaden von durchschnittlich 1.366 Euro erlitten.[1]

Im Jahr 2017 wurden bereits 49% der deutschen Nutzer Opfer von Internetkriminalität, wie der bitkom Digitalverband erhoben hat.[2] „Rund jeder Fünfte gibt an, dass Zugangsdaten zu Online-Diensten wie Sozialen Netzwerken oder Online-Shops gestohlen (19 Prozent) oder persönliche Daten illegal genutzt (18 Prozent) wurden. Rund jeder Sechste (16 Prozent) ist beim Online-Shopping oder Online-Banking betrogen worden.“

Nach einer FORSA-Umfrage aus dem Jahr 2018 mit 2.040 Teilnehmern, gaben 12 Prozent der Befragten an, bereits Opfer von Identitätsmissbrauch gewesen zu sein. 10 Prozent der Befragten sei ein finanzieller Schaden durch Identitätsmissbrauch entstanden und 30% Prozent teilten mit, jemanden zu kennen, dessen Daten für Identitätsmissbrauch verwendet wurden.

Opfer von Identitätsmissbrauch werden meist kalt erwischt. Wer rechnet schon jeden Tag damit, dass ein Unbekannte im eigenen Namen im Internet auf Shopping-Tour gehen, Facebook-Konten hacken, um den eigenen Freunden gefährliche Links zu schicken oder in das Online-Bankkonto einbrechen? Nicht nur haben Opfer meist mit gravierenden rechtlichen und finanziellen Folgen zu kämpfen, z.B. Abwehr von unberechtigten Forderungen, die Wiederherstellung der Bonität oder technische Prävention weitere Schadensfälle. Die Opfer leiden meist unter der traumatischen Erfahrung, die Kontrolle darüber verloren zu haben, wer was über sie weiss und warum. Das Grundvertrauen in die Sicherheit der (mittlerweile lebensnotwendigen) Datenverarbeitung ist zudem nachhaltig erschüttert.

[1] PwC, https://www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter/assets/cyber-security-identitaetsdiebstahl-2016.pdf

[2] Repräsentativen Befragung von 1.017 Internetnutzern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Cybercrime-Jeder-zweite-Internetnutzer-wurde-Opfer.html

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